ver- FLUCHT!

Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat zu Gast bei der Beatmesse

Logo der Beatmesse 'ver- FLUCHT!'

Die Ökumenische Beatmesse im Herbst widmet sich einem internationalen Thema, das zugleich vor unserer Haustür liegt bzw. bei uns anklopft: Flüchtlinge.

Mancher betrachtet die täglich größer werdende Flut von Flüchtlingen vielleicht mit gemischten Gefühlen. Es sind so viele. Wo kommen sie her? Was bringen sie mit? Was erwarten sie hier?

Und was erwarten wir?

Neben Ängsten und Sorgen besteht auch der Wunsch, konkret zu helfen und zu verstehen, welche emotionale Dimension und praktische Konsequenz es hat, auf der Flucht zu sein.

Was lassen Flüchtlinge hinter sich?
Was erwartet sie?
Ist die Flucht Ausweg? Lebensweg?
verFLUCHT ?

Wir wollen einem neuen Gesellschaftsbild nachspüren, in dem eine Gemeinschaft nicht mehr unterscheidet zwischen Flüchtlingen und „Hiesigen mit Daseinsberechtigung“.

Den lebendigen und lebensnahen Gottesdienst für alle Generationen halten Dominikanerpater Diethard Zils aus Mainz und Pfarrerin Gaby Masanek. Die Band RUḤAMA unterstreicht mit ihren Liedern Gottes Menschenfreundlichkeit.

Als Prediger wird Claus-Ulrich Prölß, Geschäftsführer des Fördervereins Kölner Flüchtlingsrat e.V. zu Gast sein. Für den „Wegweiser“ der Gemeinde hat er sich einem Interview gestellt, dass Sie weiter unten finden können.

Wie immer gibt es nach dem Gottesdienst ein Mittagessen für alle. Sie brauchen sich nicht anzumelden. Einfach mitfeiern und mitessen.

Predigt
Claus-Ulrich Prölß, Köln, Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrats e.V.

Liturgie
Dominikanerpater Diethard Zils OP, Mainz
Pfarrerin Gaby Masanek, Köln-Sülz-Klettenberg

Musik
RUḤAMA



Claus-Ulrich Prölß

Der Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrats im Interview

Foto Claus-Ulrich Prölß

In der Wegweiser-Ausgabe August/September 2014 findet sich ein Interview mit Claus-Ulrich Prölß, das Pfarrer Jost Mazuch mit ihm geführt hat.

Mit freundlicher Genehmigung der Wegweiser-Redaktion geben wir es hier wieder.

Warum engagierst du dich für Flüchtlinge?

Das hat sicherlich etwas mit meiner Familiengeschichte zu tun. Mein Vater erlebte als junger Soldat das Ende des 2. Weltkrieges in Berlin. Und meine Mutter flüchtete 1944 als Jugendliche aus Oberschlesien – bombardiert von alliierten Tieffliegern. Die Kriegserlebnisse meiner Eltern waren für mich prägend. Den Slogan „Nie wieder Krieg und Faschismus“ machte ich mir zu eigen. Für mich hieß das aber auch, dass Menschenrechte absolut und unteilbar sind. Für alle. Und natürlich auch für Flüchtlinge, die bei uns Schutz und Sicherheit suchen.

Was ist der Kölner Flüchtlingsrat?

Der Flüchtlingsrat ist rechtlich ein gemeinnütziger, parteiübergreifender und unabhängiger Verein, der die Interessen von Flüchtlingen vertritt – übrigens sehr weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der Verein ist Träger von mehreren Flüchtlingsberatungsstellen, einem interkulturellen Flüchtlingszentrum und vielen verschiedenen Projekten. Das Netzwerk des Flüchtlingsrates besteht aus rund 600 Menschen, Vereinigungen und Institutionen.

Was ist nötig, damit Köln eine für Flüchtlinge freundliche Stadt wird?

Die Stadt ist im Vergleich zu anderen Kommunen auf einem guten Weg. Aber es gibt dennoch sehr viel zu tun, z.B. bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Beengte Zimmer für Familien in Gemeinschaftsunterkünften mit Sammelduschen und -toiletten und ohne eigene Küche: Das sollte in unserer Stadt endlich der Vergangenheit angehören.

Was wünschst du dir von deiner Kirchengemeinde?

Zunächst freue ich mich sehr darüber, dass die Gemeinde sich des Themas schon seit vielen Jahren immer wieder annimmt. Auch in den Gottesdiensten. Vielleicht sollte sie noch mehr als bisher in die Öffentlichkeit gehen und sich aktiv für den Schutz und die Rechte der Flüchtlinge einsetzen.