Beatmesse unterstützt das Stolpersteine-Projekt

9 neue Stolpersteine in Köln-Sülz-Klettenberg

Projekt Stolpersteine Mit der Kollekte der letzten Himmelfahrts-Beatmesse unterstützen wir das Kunstprojekt Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig, das sich dem Erinnern an Menschen widmet, die in den Jahren 1933 bis 1945 durch staatliche Willkür ihren heimatlichen Vierteln entrissen wurden.

Die Kollekte erbrachte genügend Geld für 9 neue Stolpersteine im Veedel. Ihre Verlegung fand statt am 1. und am 3. September 2014. Wir wollen an die folgenden Mitbürgerinnen und Mitbürger in Köln erinnern:

Sülzgürtel 66: Hier wohnte Tilly Baer, geb. Steigerwald, geb. 1896 in Frankfurt a.M. Von ihrer Wohnung wurde sie in das Ghettohaus Luxemburger Str. 38 eingewiesen. Sie wurde am 21./22. Oktober 1941 von Köln in das Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert und am 7. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chełmo verschleppt. Am selben Tag wurde sie dort ermordet.

Ihr Stolperstein wurde verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Sülzgürtel 72: Hier wohnte Isidor Löw, geb. 1872 im Westerwald. Isidor Löw war verwitwet. Er wohnte bis 1938 am Sülzgürtel 72, dann in verschiedenen Ghettohäusern. Schließlich wurde er in das Sammellager Müngersdorf eingewiesen und von dort am 15. Juni 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort kam er am 28. Januar 1944 um.

Sein Stolperstein wurde verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Lohrbergstr. 27: Hier wohnte Peter Max Blank, geb. 1920. Er floh 1936 mit Vater und Bruder nach Belgien, wurde 1942 von dort nach Frankreich und weiter nach Auschwitz deportiert. Er überlebte das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, den Einsatz als Zwangsarbeiter in einem KZ in Warschau und den Todesmarsch nach der "Evakuierung" des Lagers über Łódź nach Dachau. In den Wirren der letzten Kriegstage gelang ihm die Flucht. Peter Max Blank starb 2006 in Mettmann. Mehr...
Dieser Stolperstein wurde verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Königswinterstr. 2: Hier wohnte Julius Müller, geb. 1895 in Schwaney, bei Paderborn. Julius Müller war Kaufmann, von dieser Adresse wurde er in ein Ghettohaus eingewiesen und am 20. Juli 1942 nach Minsk deportiert. Unmittelbar nach der Ankunft wurde er am 24. Juli 1942 ermordet.

Sein Stolperstein wurde verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Nikolausplatz 5: Hier wohnte die Familie Steinmann: Rosalie Steinmann, geb. Cohen, geb. 1899 in Bonn, Ehemann Karl Steinmann, geb. 1896 in Burgsteinfurt, Tochter Hannelore Steinmann, geb. 1936 in Burgsteinfurt. Die Familie wurde in ein Ghettohaus eingewiesen, dann in das Sammellager Müngersdorf, in das Lager Niederbadenberg und wieder zurück nach Müngersdorf gebracht. Am 20. Juli 1942 wurden sie nach Minsk deportiert. Unmittelbar nach der Ankunft wurden sie am 24. Juli 1942 ermordet.

Ihre drei Stolpersteine wurden verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Remigiusstr. 45: Hier wohnte Carola Henriette Beermann, geb. 1896 in Kassel. Carola Beermann war evangelisch, jüdischer Herkunft. Von ihrer Wohnung Remigiusstr. 45 wurde sie 1941 in das Ghettohaus Eifelstr. 6 eingewiesen. Sie wurde am 21./22. Oktober 1941 von Köln in das Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert und am 10. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chełmo verschleppt. Am selben Tag wurde sie dort ermordet.

Ihr Stolperstein wurde verlegt werden am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Gutenbergstraße 27a: Hier lebte Lydia Klein, geb. 1923 in Köln. Lydia Klein, evangelisch, zog sich im Babyalter eine körperliche Beeinträchtigung zu und durchlitt ab ihrem 13. Lebensjahr Aufenthalte in verschiedenen psychiatrischen Anstalten. Sie wurde aufgrund einer vermeintlich geistigen Behinderung - kurz vor ihrem 18. Geburtstag - am 8. Juli 1941 in Hadamar ermordet und ist auf dem Kölner Westfriedhof bestattet.

Ihr Stolperstein wurde verlegt am 3. September 2014. Zum Stadtplan...



Normal oder Super? Was treibt uns an?

Kabarettist und Schauspieler Didi Jünemann predigte an Christi-Himmelfahrt

Logo der Beatmesse 'Normal oder Super?' Einen großen ökumenischen Gottesdienst für alle Generationen feierten wir an Christi Himmelfahrt in der Johanneskirche.

Inhaltlich ging es um die Norm. Wer legt die Norm in unserer Gesellschaft fest? Was ist normal? Und wo fängt das Unnormale - das Auffällige an? Wie sieht der normale Mensch aus? Warum braucht eine Gesellschaft überhaupt die Inklusion? Diese Fragen leiteten uns durch den Gottesdienst.

Die Predigt wurde gehalten von dem Kabarettisten und Schauspieler Didi Jünemann. Die Theatergruppe All Inclusive unter der Regie von Gundula Schmidt und der Leitung von Julia Strecker verlieh dem Gottesdienst Inhalt ohne viele Worte.

Für besinnliche und mitreißende Musik zum Zuhören und Mitsingen sorgte der Jugendchor St. Rochus unter der Leitung von Wilfried Kaets.

Die Beatmesse leiteten Dominikanerpater Diethard Zils (Mainz) und Pfarrerin Gaby Masanek in ökumenischer Verbundenheit.

Die Texte der Beatmesse sind jetzt online, zu finden rechts im Download-Bereich. Zu lesen sind

  • Votum
  • Eingangs- und Abendmahlsgebet von Pater Diethard Zils
  • Psalm 73, übertragen in Leichte Sprache
  • Statistiken des Statistischen Bundesamts
  • Sprechmotette "Was ist eigentlich normal?"
  • die Erfahrung "Sobald ich den Mund aufmache"

Der Jugendchor St. Rochus hat einige hörenswerte Live-Mitschnitte aus der Beatmesse auf seine Web-Seite gestellt.


Predigt
Didi Jünemann, Köln, Homepage

Liturgie
Dominikanerpater Diethard Zils OP, Mainz
Pfarrerin Gaby Masanek, Köln-Sülz-Klettenberg

Musik
Jugendchor St. Rochus unter der Leitung von Wilfried Kaets